Tipps & Tricks

Sofort Hilfe Guide

Vielleicht kommt dir das bekannt vor?

Du kommst nach Hause, du hattest einen tollen Tag.

Bei der Arbeit warst du produktiv, hattest Spaß mit deinen Kollegen / -innen und auf dem Weg nach Hause lief dein aktuelles Lieblingslied.

 

Kaum bist du zur Haustür rein und willst von deinen positiven Erlebnissen berichten, blickt dir ein trauriges Gesicht entgegen. Mit einem Mal ist die Freude verflogen und dein ganzer Fokus liegt nur noch dadrauf, wie du dein Gegenüber fröhlicher stimmen könntest. 

 

Lange Unterhaltungen könnten die Folge sein, verständnisvolles Zuhören oder auch lange Stille, weil du keine Resonanz erhältst. 

Nachdem man zu Abend gegessen hat und es vielleicht noch schafft, etwas zu lesen oder fernzusehen, geht man bedrückt ins Bett und hofft, dass der nächste Morgen besser verläuft.

 

Nur wie schafft man es, dass die Stimmung insgesamt besser ist und dass auch deine eigene Laune nicht in den Keller sackt?

 

Die folgende Liste soll dir dazu einige Anregungen und Hilfestellungen geben.

 

5 Dinge, die du machen kannst :

1.

2.

3.

4.

5.

Unterstützung anbieten

Biete deine Unterstützung an: dabei kann es helfen, wenn du dies regelmäßig tust. 

Je nachdem, wie nahe du der Person stehst, entweder im direkten persönlichen Austausch oder auch als Nachricht, die du beispielsweise jede Woche schicken kannst. 

 

Wichtig ist, dass die betroffene Person merkt, dass jemand da ist und helfen kann. Durch die Regelmäßigkeit schaffst du es eine Vertrauensbasis aufzubauen, auch wenn deine Bemühungen vielleicht gerade am Anfang keinen Anklang finden.

Eine gute Atmosphäre schaffen

Wenn ihr Zeit zusammen verbringt, versuche daraus qualitativ hochwertige Zeit zu machen. 

 

Das ist nicht nur für den Betroffenen / die Betroffene wichtig, sondern auch für dich selber. Du könntest beispielsweise etwas tolles, neues kochen, einen Spaziergang machen und dabei einen neue Abzweigung ausprobieren oder wenn ihr zusammen einen Film anschaut Kerzen anzünden. 

Du siehst schon, dass es nicht auf große, außergewöhnliche Erlebnisse ankommt, sondern darauf den aktuellen Moment bewusst wahrzunehmen und ihn mitzugestalten.

Offen kommunizieren

Ein großes Hindernis in der Unterhaltung kann oft sein, dass man sich selber nicht sicher ist, worüber man überhaupt sprechen soll oder dass man seinem Gegenüber nicht zu viel zumuten will. 

 

Wenn du dir unsicher bist oder Angst hast, dann drücke das auch so aus. Stelle offene Fragen und teile mit, wie es dir geht. Verwende dabei möglichst Sätze, die aus deiner Sichtweise resultieren und die Person nicht vor eine festgelegte Aussage stellen, also besser „Ich habe das Gefühl, dass du in letzter Zeit stiller geworden bist.“ statt zu sagen „Du redest gar nicht mehr mit mir.“. 

So entsteht Raum, um gemeinsam in einen Austausch zu gehen, anstatt sich rechtfertigen zu müssen.

Achtsam mit dir selber umgehen

Deine Gedanken und Handlungen tendieren wohl möglich dazu, dem / der Erkrankten deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich möchtest du helfen und eine Verbesserung der Situation herbeiführen. 

 

Das solltest du auch weiterhin machen, achte allerdings darauf, dir regelmäßig Zeit für dich zu nehmen. 

Gib deinem Tag Struktur und setze dir Zeiten, in denen du dich nur um dich kümmerst. Du könntest dir beispielsweise feste Zeiten für dein Sportprogramm einteilen oder dich mit Freunden verabreden. 

 

 

Diese könnten so aussehen: 

– morgens 15 Minuten vorher aufstehen und eine Runde meditieren oder dich bewegen

– mit Freunden telefonieren oder einen Kaffee trinken statt sich zum Abendessen zu treffen

 

Aber nehme dir diese Zeit. Du kannst keine gute Unterstützung für jemand anderen sein, wenn du dich nicht um dich selbst kümmerst. Dieser Punkt ist vermutlich einer der wichtigsten auf dieser Liste.

Pausen einlegen

Unser Alltag ist häufig schon mit vielen Terminen und Aufgaben vollgepackt. 

Neben dem eigenen Job, kümmert man sich um den Haushalt, sein soziales Netzwerk, sich selber als Person und nun kommen auch noch neue Herausforderungen und gefühlt mehr to do’s auf einen zu, wenn jemand im nahen Umfeld psychisch erkrankt – besonders dann, wenn man im selben Haushalt lebt.

 

Kurz mal inne halten und den Moment wahrzunehmen scheint da unmöglich – so viele Sachen, die man noch erledigen muss. Doch gerade diese Pausen brauchen wir, um zu erkennen, was gerade wirklich wichtig ist.

Vielleicht kann das Wäschewaschen verschoben werden und  stattdessen in Ruhe einen Tee trinken?

 

Versuche dir kleine Auszeiten im Alltag zu nehmen. Ein paar Minuten reichen oftmals schon, kurz tief durchatmen und bewusst deine Umgebung wahrnehmen. Das geht auch ganz wunderbar, wenn man eigentlich gerade den Impuls hat aufs Handy zu gucken, der Blick nach innen kann viel besser sein.

3 Dinge, die du eher lassen solltest :

1.

2.

3.

Ratschläge geben

Natürlich möchtest du nur das beste für die Person und hast vielleicht auch viele Ideen, wie das jetzt besser werden könnte. 

 

Allerdings können Sachen, die sich für dich gut anfühlen oder dir gut tun nicht zwangsläufig für andere funktionieren. Oftmals ist dies auch situations- oder stimmungsabhängig.

Für viele kann etwas frische Luft und Bewegung sehr günstig sein, doch manchmal scheint die Hürde jetzt rauszugehen für die / den Erkrankte/-n unüberwindbar.

Statt zu sagen „Ein Spaziergang wird dir jetzt sicherlich helfen.“, könntest du beispielsweise vorschlagen, dass ihr zusammen rausgeht und die andere Person jederzeit entscheiden kann, wann sie umdreht.

 

Alle Aufgaben abnehmen

Die Unterstützung und Hilfe, die wir dem / der Betroffenen anbieten, kann unbewusst auch Überhand nehmen. 

Auf einmal versucht man alle Aufgaben abzunehmen nach dem Motto „Das kann ich jetzt nebenbei auch noch schnell machen.“. 

 

Das kann zu zwei Herausforderungen führen:

1. man lädt sich selber viel zu viel auf die eigenen Schultern

2. die erkrankte Person fühlt sich zu nichts mehr im Stande bzw. hat das Gefühl nicht zu gebrauchen zu sein.

 

Die Gratwanderung zwischen Motivation und Überforderung ist schmal. Wie vorher schon erwähnt hilft eine offene Kommunikation, das Abstecken von Aufgabenbereichen kann nützlich sein und mehr Struktur in den gemeinsamen Alltag bringen.

 

Plötzliche Veränderung erwarten

Ein gebrochener Fuß heilt nicht innerhalb von ein paar Tagen –  ist ganz logisch, oder?

Eine Depression braucht, wie der gebrochene Fuß auch, Zeit zu heilen.

Diesen Umstand müssen wir lernen anzuerkennen und uns bewusst machen, dass es sich bei psychischen Problemen oftmals um eine Erkrankung handelt, dessen Heilungsprozess länger andauern kann.

 

Krankheitsphasen können ganz unterschiedlich verlaufen und ausgeprägt sein, wenn du dich mental darauf einstellen kannst und die Krankheit akzeptierst, wird es dir leichter fallen dein Gegenüber besser zu verstehen.

 

Versuche Unterstützung anzubieten, wo du es kannst, aber erwarte nicht, dass du für die Genesung zuständig bist.

Das kann ganz allein die Person selber und dieser Prozess kann mitunter langwierig und anstrengend sein – natürlich für den Erkrankten selber, aber auch für dich als Angehörige/-r.

 

Nimm dir also Zeit – für dein Gegenüber und für dich.

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